„Der Kreistag des Rhein-Hunsrück-Kreises hat im vergangenen März beschlossen, der Einleitung des Raumordnungsverfahrens zum Bau einer Mittelrheinbrücke bei St. Goar zuzustimmen. Andere Standorte waren in dem Beschluss nicht genannt. Wir gehen davon aus, dass das Innenministerium sich nach diesem Kreistagsbeschluss richtet und nicht nach den persönlichen Wünschen eines Landrats.“

Dies erklärten die SPD-Kreisvorsitzende Sandra Porz und der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Michael Maurer, zu den jüngsten Veröffentlichungen zum Thema Mittelrheinbrücke.

Zu keinem Zeitpunkt sei in den zurückliegenden Jahren im Kreistag oder in den vielen Diskussionen um das Thema Mittelrheinbrücke der Standort St. Goar/St. Goarshausen in Frage gestellt gewesen. „Mit dem neuerlichen Vorstoß wird nun offensichtlich, dass der Landrat des Rhein-Hunsrück-Kreises gar keine Mittelrheinbrücke will. Nachdem er schon mit seinem Vorschlag Spay im vergangenen Jahr gescheitert ist, setzt seine jüngste Forderung nach einem Brückenbau bei Bingen seinem bisherigen Verhalten die Krone auf. Er trickst, laviert und biegt sich die Dinge so, wie er sie sehen will und wie sie ihm vermeintlich nützlich sind. Dabei lässt er die Menschen im Rhein-Hunsrück-Kreis und deren berechtigten Anliegen und Sorgen völlig außer Acht“, so Michael Maurer.

Hier gehe es auch um die heimische Wirtschaft, die dringend auf eine feste Rheinquerung angewiesen sei, sagte Sandra Porz. Der Landrat ignoriere aber einfach die klar formulierten Forderungen der Unternehmen von beiden Seiten des Rheins. „Damit stellt er sich gegen die Interessen der Betriebe und der dort beschäftigten Menschen”, so die SPD-Kreisvorsitzende Porz.

Dass er dann noch eine Bundesbrücke ins Spiel bringe, beweise, dass ihm die Realisierung der Rheinquerung völlig egal sei. „Die Rheinbrücke stand in den 60er und 70er Jahren schon im Bundesverkehrswegeplan und wurde unter der Kanzlerschaft von Helmut Kohl wegen der fehlenden überörtlichen Bedeutung gestrichen. Da wird es keine Neuaufnahme geben. Und falls doch, würden wir über einen Planungszeitraum von Jahrzehnten reden – und das mit ungewissem Ausgang“, stellte der SPD-Fraktionsvorsitzende Maurer abschließend fest.